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Karneval

07.06.2016
Bild-Nr. 69 - copyright webtenerife.de

Das Jahr beginnt mit dem Karneval, der lateinamerikanisch geprägt ist. Hunderttausende besuchen jährlich dieses Spektakel. Einer der vielen Höhepunkte ist die Wahl der Karnevalskönigin. Wenn der Karneval in der Hauptstadt beendet ist beginnt der Karneval in den anderen Ortschaften.

Für die Tinerfeños ist der Karneval seit jeher von großer Bedeutung. Es sollen die Rückkehrer aus südamerikanischen Kolonien gewesen sein, die den Kanaren ihre pure Lebensfreude eingeimpft haben. Nicht von ungefähr erinnert das Meer aus glänzenden Farben und atemberaubenden Kostümen, die heißen Samba- und Salsa-Rhythmen und feurigen Tänze an den temperamentvollen Karneval unter dem Zuckerhut.

Selbst unter General Franco ließen es sich die Tinerfeños nicht nehmen, gebührend zu feiern. Das strikte Verbot, Faschingsveranstaltungen in Spanien durchzuführen, umgingen die Inselbewohner dadurch, dass sie das Fest kurzerhand in "Fiestas de Invierno" (Winterfeste) umbenannten. Erst seit 1977 wird ganz offiziell von Karneval gesprochen.

Während die Narren und Jecken bei uns bereits am 11.11. die fünfte Jahreszeit einläuten, gehen die Vorbereitungen auf Teneriffa erst in die heiße Phase. Die größte Kanareninsel feiert in der Zeit von Ende Januar bis Ende Februar bei frühlingshaften Temperaturen den exotischsten und aufregendsten Karneval Europas. Dieser findet jedoch nicht überall gleichzeitig statt, sondern wandert von Ort zu Ort über die ganze Insel.

Exklusiv auf Teneriffa: Ein Fisch erhält eine Feuerbestattung

Das ganze Karnevals-Spektakel beginnt nach mehrmonatigen Vorbereitungen ganz offiziell mit den Wahlen von Königin und Kinderkönigin. Highlight der darauf folgenden Umzüge ist der große "Coso“, bei dem in Begleitung von verschiedenen Musik- und Kostümgruppen sogenannte "Murgas" (Gesangsgruppen) und "Comparsas" (Tanzgruppen) für närrisches Treiben auf Teneriffas Straßen sorgen. Bei aller Musik und buntem Treiben fehlt es jedoch auch nicht an guter Satire und zeitgenössischer Gesellschaftskritik an Politikern oder den alltäglichen Dingen des Lebens. Einer der Höhepunkte ist der große Umzug (Coso) am Faschingsdienstag im Puerto de la Cruz. Weiteres Highlight: der berühmte „Tunten-Wettlauf“ am 24. Februar in Puerto de la Cruz, bei dem als Frauen verkleidete Männer einen Parcours auf zehn bis zwölf Zentimeter hohen Absätzen bewältigen müssen. Für das offizielle Ende der Faschingszeit steht die "Entierro de la Sardina", die Beerdigung der Sardine. Traditionell wird am Aschermittwoch eine überdimensionale, aus Pappmaschee gefertigte Sardine durch die Gassen von Santa Cruz und jeder größeren Stadt in einer Trauerprozession getragen. Nach dem Umzug folgt die zeremonielle Feuerbestattung, die gleichzeitig die Fastenzeit einläutet. 





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