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Teneriffa und La Palma greifen nach den Sternen

09.11.2016
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Die kanarischen Inseln Teneriffa und La Palma lassen jedes Astronomenherz höherschlagen. Doch nicht nur für Fachleute bieten die Observatorien viele Möglichkeiten – auch für einen einmaligen Ausflug in die Weiten des Universums lohnt sich ein Besuch des Izaña Observatoriums auf Teneriffa oder des Roque de los Muchachos Observatoriums auf La Palma.

Teneriffa: Observatorium mit Weltbekanntheit

Um das Izaña Observatorium zu erreichen, muss man zunächst einmal hoch hinaus. Auf etwa 2400 Meter findet man die Sternwarte auf dem höchsten Berg Spaniens – dem Teide. Fährt man die Serpentinenstraße zum Vulkanberg hinauf kann aus einigen Blickwinkeln ein Blick auf mehrere einzeln stehende weiße Gebäude erhascht werden. Was aus der Ferne noch recht unscheinbar erscheint, gehört zu den wichtigsten Sternwarten der Welt. Aufgrund der hohen Lage und den optimalen Bedingungen kann man an 80 Prozent der Tage im Jahr in den Kosmos blicken. Die Kombination aus der sauberen Luft, dem beständigen Klima und der Höhe schafft Voraussetzungen, die sonst nur noch auf Hawaii und in Chile gegeben sind. International hat das Izaña Observatorium daher auch einen besonders wichtigen Stellenwert. Aus aller Welt tauschen Astronomen Daten mit dem kanarischen Standort aus. Zu den 400 Mitarbeitern des astrophysikalischen Zentrums auf Teneriffa kommen noch etliche Besucher, sowie Forschungsteams aus aller Welt, die die Sternwarte in regem Betrieb halten.

Mit dem ersten spanischen Teleskop lassen sich hier wichtige Messungen bewerkstelligen. Hier konnten die ersten Daten über schwarze Löcher im All und der Zusammenstoß des Kometen P/Shoemaker-Levy beobachtet werden. Auch Rückschlüsse auf die Bewegung und Beschaffenheit der Sonne werden durch die Messungen gewonnen.

Auch deutsche Einflüsse sind im Observatorium zu finden. Das Teleskop „Stella“, das 2006 auf dem Teide installiert wurde, um neue Planeten im Sonnensystem zu entdecken, liefert seine Daten robotergesteuert direkt in das Astroinstitut Potsdam in Deutschland. Außer einer regelmäßigen Wartung vor Ort durch deutsche Ingenieure, arbeitet Stella komplett autonom.

Durch eine französisch-italienische Kooperation besitzt Izaña darüber hinaus das Instrument „THEMIS“, welches durch eine spezielle Technik den Sonnenstand zu jeder Zeit verfolgt. Durch THEMIS wissen wir heutzutage, dass schwarze Flecken auf der Sonne keinerlei Auswirkungen auf unsere Erde haben.

La Palma: Teleskop mit Rekordgröße

Nur einen Katzensprung entfernt steht auf der benachbarten kanarischen Insel La Palma das Observatorium Roque de los Muchachos. Es besitzt im Gegensatz zu Teneriffa einen riesigen Teleskopspiegel. Mit dem deutlich kleineren Teleskop der Izaña Sternwarte lassen sich sehr spezifische Untersuchungen anstellen. Das weltgrößte Spiegelteleskop „Gran Telescopio de Canarias“ steht jedoch auf La Palma. Es wurde vom spanischen Kronprinzen Felipe höchstpersönlich eingeweiht. Der Durchmesser des Hauptspiegels beträgt ganze 11 Meter, der Durchmesser der Kuppel 33 Meter. Das Teleskop selber bringt es auf eine stattliche Höhe von 27 Metern. 

Zusätzlich zu den gleichen optimalen Bedingungen, die auch auf Teneriffa herrschen, gibt es auf der Insel ein Gesetz, das die Luftverschmutzung reguliert, um die klare Sicht vom Observatorium aus zu wahren.

Auf einer Höhe von 2420 Metern liegt die Sternwarte sogar etwas höher als das Izaña Observatorium, befindet sich also ebenfalls über der Wolkendecke und garantiert so fast immer für eine klare Sicht in die Weiten des Kosmos.

Wie auf dem Teide liegen auch die einzelnen Sternwarten des Observatoriums von La Palma auf einem bekannten Berg – dem Roque de los Muchachos. Zusammen bilden die beiden Observatorien das European Northern Observatory. Auch viele weitere Lände, wie Deutschland und England sind an diesem astronomischen Verbund beteiligt.

Ein Besuch der Sternwarten

Ein Besuch des Observatoriums ist nur an sehr wenigen Terminen im Jahr möglich. Wissenschaftler veranstalten dann Führungen durch die Sternwarte und berichten von aktuellen Forschungsprojekten. In den Sommermonaten Juli und August gibt es an 3 bis 4 Tagen die Möglichkeit gegen eine Anmeldung einen Einblick in diese Arbeit zu erlangen. Der Besuch ist allerdings nur Gruppen, wie Schulklassen oder ähnlichen möglich. Wer sich das Teleskop nur von außen ansehen möchte, kann dies das ganze Jahr über tun. Für das optimale Erlebnis, kann der Weg zum Observatorium statt mit dem Auto auch zu Fuß zurückgelegt werden.

Auf dem Teide hat der Besucher die Möglichkeit, von einer Straße neben der Seilbahnstation (Teleférico del Teide) mit professionellen Geräten wie Teleskopen, im sternenklaren Himmel Formationen und Ansammlungen von Sternen zu beobachten. Die Experten erklären währenddessen, was zu sehen ist.

Im Gegensatz zur Sternwarte von La Palma ist auf Teneriffa auch ein Besuch auf eigene Faust möglich. Für kleines Geld werden an bestimmten Tagen in der Woche sogar Führungen auf Spanisch, Englisch und Deutsch angeboten, bei denen man mehr über die Sternwarte und die Forschung erfahren kann.

Sowohl auf dem Teide, als auch auf dem Roque de los Muchachos lassen sich neben den Observatorien noch viele weitere Dinge entdecken. Die verschiedenen Wanderungen auf den jeweils höchsten Orten der Inseln – dem Pico del Teide und dem Roque de los Muchachos - bieten spektakuläre Ausblicke und Natur pur. Die gigantischen Kulissen der Berge garantieren außerdem tolle Fotos und Urlaubserinnerungen.

 



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