• Die Kolumne von Bernd Weisser

🌊 Wenn Freunde gehen und neue kommen

Über Abschiede, Anfänge und das Kommen und Gehen auf einer Insel

Auf Teneriffa bleiben nicht alle für immer. Manche kommen für ein Leben – und bleiben für eine Zeit. Zwischen Abschied und Neuanfang entstehen Verbindungen, die mehr sind als Zufall.

Wenn Freunde gehen und neue kommen

Es gibt einen Moment auf Teneriffa, den niemand wirklich ankündigt.
Er passiert leise.
Oft bei einem letzten Kaffee, einem letzten Abendessen oder einem Satz wie:
„Wir gehen zurück.“
Am Anfang glaubt man noch, das sei die Ausnahme.
Dass die Menschen, die man hier kennenlernt, genauso bleiben wie die Insel selbst.
Beständig.
Verlässlich.
Da.

Doch mit der Zeit versteht man:
Auf einer Insel wie dieser ist vieles in Bewegung.
Nicht nur das Meer.
Freunde kommen.
Und irgendwann gehen sie wieder.
Und dann gibt es Menschen, die anders bleiben.
Nicht, weil sie immer da sind – sondern weil sie immer wieder zurückkommen.
So wie Petra und Heinz.
Heinz war einer der ersten Menschen, die ich hier gepflegt habe – damals, bei unserer ersten Auswanderung.

Eine Zeit, die für Nicole und mich alles andere als leicht war.
Viel Unsicherheit, viele Fragen, viel Neuland.
Und mittendrin: diese beiden.
Still da.
Verlässlich.
Herzlich.
Sie waren nicht einfach nur da – sie waren für uns da.
Vielleicht ist es genau das, was echte Verbindung ausmacht.
Nicht, wie lange man sich kennt.
Sondern wie man füreinander da ist, wenn es darauf ankommt.
Durch Petra und Heinz sind wir überhaupt hier geblieben.
Oder besser gesagt:
Durch sie hat sich Teneriffa irgendwann nicht mehr wie ein Versuch angefühlt – sondern wie ein Zuhause.

Später haben wir eine ihrer Wohnungen  gekauft.
Ein Schritt, der vieles verändert hat.
Und Petra war es auch, die mich irgendwann angeschaut hat und meinte:
„Warum machst du dich eigentlich nicht selbstständig?“
Ein Satz, der hängen geblieben ist.
Und der am Ende mehr verändert hat, als ich damals gedacht hätte.
Heute führen wir unseren eigenen Pflegedienst hier auf der Insel.
Und manchmal frage ich mich:
Was wäre gewesen, wenn wir uns damals nicht begegnet wären?
Petra und Heinz sind nicht das ganze Jahr hier.
Ein halbes Jahr Teneriffa, ein halbes Jahr Deutschland.
Auch sie gehen immer wieder.
Und doch gehören sie zu den Menschen, die geblieben sind.
Vielleicht ist das die besondere Art von Freundschaft auf dieser Insel:
Dass „bleiben“ nicht immer bedeutet, ständig da zu sein.
Sondern immer wiederzukommen.
Immer wieder anzuknüpfen.
Immer wieder füreinander da zu sein.
Natürlich gibt es auch die anderen Abschiede.
Die endgültigen.
Die, bei denen man weiß:
Das war’s jetzt.
Und ja, die tun weh.

Aber zwischen all dem Kommen und Gehen gibt es diese besonderen Verbindungen,
die nicht einfach verschwinden.
Sie verändern sich vielleicht.
Werden leiser.
Seltener.
Aber sie bleiben.
Und vielleicht ist genau das die ehrlichste Lektion dieser Insel:
Dass nicht jede Freundschaft für immer im Alltag bleibt –
aber manche für immer im Leben.

Gedanke der Woche
Manche Menschen bleiben nicht, weil sie immer da sind – sondern weil sie einen Teil deines Weges mitgetragen haben.

Nicht jeder Mensch bleibt für immer – aber manche verändern dein Leben trotzdem.
👉 Hattet ihr schon mal Begegnungen, die euren Weg komplett verändert haben?
Vielleicht sogar auf Reisen oder beim Auswandern?
Ich bin gespannt auf eure Geschichten 💬

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Bernd Weisser

Hinweis: Die in dieser Kolumne geäußerten Ansichten und Meinungen sind allein die des/der Autors/Autorin und spiegeln nicht notwendigerweise die Ansichten unserer Redaktion wider. Wir übernehmen keine Verantwortung oder Haftung für den Inhalt dieser Kolumne.
Die in der Kolumne formulierten Meinungen geben ausschließlich die Auffassung des jeweiligen Verfassers wieder.

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